12.07.04

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Pressebüro für technische Kommunikation

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+++schoenetexte aktuell +++

 

Rechenschieber für die Schuldenfalle

 

Erstmals summierte ein Forscher Deutschlands Schulden auf. Das brachte dem Gelehrten den Philip-Morris Preis und 25 000 Euro Preisgeld ein. Der Rest der Republik bräuchte Billionen, um sorgenfrei in die Zukunft schauen zu können.

 

Seit 22 Jahren zeichnet der Zigarettenkonzern Philip Morris herausragende Wissenschaftler aus. Die 25 000 Euro Preisgeld pro Team gehören den Forschern und müssen nicht in die Arbeit gesteckt werden. Das macht den Philip Morris Preis zum höchstdotierten Forschungspreis Deutschlands. Zum ersten Mal überhaupt wurde diesmal ein Finanzwissenschaftler bedacht. Fehlende Spezialsoftware bewahrte uns bislang vor der genauen Kenntnis des Schuldenbergs in den Sozialsystemen. Diesen Mangel behob Bernd Raffelhüschen, indem er die Matrizenalgebra der Populationsgenetik auf die Volkswirtschaft übertrug. Er ließ seine Rechner die offenen und versteckten Belastungen der deutschen Volkswirtschaft durch Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung für jeden Jahrgang aufsummieren und addierte Staatsschulden und Pensionsbelastungen dazu. Frühere Generationen haben nach Ansicht des Wissenschaftlers einfach kein Bedürfnis verspürt, exakte Schuldendaten zu erheben. Auch von Seiten der Politik gab es keine Initiativen. Selbst in den zahlenverliebten USA gibt es keine exaktere Schuldenanalyse. „Mitarbeiter aus meinem Team arbeiten zur Zeit auch in Amerika“; so Raffelhüschen, „sie verwenden dieselben Methoden wie wir“.

Unter dem Strich fand Raffelhüschen Verbindlichkeiten von sieben Billionen Euro. Wenn man Zins- und Wachstumsraten variiert, schwanken die Zahlen zwar ein wenig, die Kernaussage aber bleibt dieselbe: „Eines ist klar“, sagt der Wissenschaftler, “wir leben über unsere Verhältnisse. Renten und Sozialansprüche müssen heruntergefahren werden“. Wollte man die Hypothek auf die Zukunft auf einen Schlag abtragen, müssten alle Deutschen drei Jahre lang unentgeltlich arbeiten. Das ist natürlich eine Illusion. Der einzig mögliche Weg ist es, Ansprüche und Realität in Übereinstimmung zu bringen. Vielleicht ist ein erster Schritt schon getan: Raffelhüschens Arbeiten flossen inzwischen in die Arbeit der Rürup-Kommission ein.

 

 

 

Öl knapp, Koks knapp, Stahl knapp, Inflationswelle rollt

 

Immer China! Der wirtschaftliche Aufschwung in China hat auch Schattenseiten: Die Chinesen räumen den Weltmarkt leer. Der Wirtschaftsboom ist ungebrochen und wird durch Spekulationen angeheizt. Betroffen sind vor allem Rohstoffe und Grundprodukte.

 

„Wir haben volle Auftragsbücher - aber wie sollen wir liefern?“, jammerten auf der weltweit größten Baumaschinenmesse „Bauma“ in München die Aussteller. Baumaschinen sind schwer und bestehen vor allem aus Stahl – und der ist zur Zeit teuer und fast nicht mehr zu bekommen. Dreißig Prozent Aufschlag zahlen die Abnehmer inzwischen im Vergleich zum Vorjahr, und selbst langfristige Lieferverträge nützen wenig. Marktführer wie Caterpillar in den USA und Liebherr in Deutschland sind gleichermaßen betroffen. Auswege gibt es wenige. „Die Chinesen kaufen alles weg, egal zu welchem Preis“, so ein Stahlhändler resigniert. Auch die deutsche Automobilindustrie spürt den Stahlmangel inzwischen: Das Stahlblech für ein Leichtgewicht der Golf-Klasse kostet die Hersteller bereits 100 Euro mehr als vor einem Jahr, Tendenz stark steigend. Zulieferer bis hinunter zu Schraubenlieferanten mögen zum vertraglich vereinbarten Preis nicht mehr liefern, weil sie sonst in die Pleite rutschen würden.

Eigentlich hätte es ganz anders kommen sollen. Als etwa vor zwei Jahren mit „Hoesch“ in Dortmund mal wieder ein komplettes Stahlwerk von Chinesen fein säuberlich zerschnitten, verschifft und mit nach Asien genommen wurde, freuten sich alle auf günstigen Importstahl aus China. Nun hat sich das Blatt gewendet: Der nicht abreißende Bauboom in China veranlasste die dortige Regierung, die avisierten Exporte einfach zu stoppen. Betroffen ist auch ein wichtiger Rohstoff für die Stahlherstellung: Koks. Ausgerechnet im Ruhrgebiet gehen deshalb die wenigen verbliebenen Hersteller von Spezialstahl verzweifelt auf die Suche nach Koks, den man zur Stahlerzeugung zwingend benötigt. Die Chinesen, das mussten sie lernen, rücken nichts mehr heraus, und in Deutschland wurde die letzte große Kokerei Ende der 90er Jahre dicht gemacht. Alles, was nicht von Chinesen gekauft und demontiert wurde, ist heute Industriebrache.

Zu allem Überfluss wird nun auch noch der Schrott knapp. Die Preise auf dem Weltmarkt sind innerhalb eines Jahres von 130 auf 400 Dollar pro Tonne gestiegen. China, Russland und die Ukraine haben ihre Lieferungen eingestellt. „Viele kleine Betriebe können die gestiegenen Rohstoffkosten schon nicht mehr finanzieren“, erläutert Dr. Klaus Urbat vom Deutschen Gießereiverband, „die Kreditlinien sind ausgeschöpft“.

 

 

Während bei Stahl, Schrott  und Koks die Preise weiter anziehen, ist die Entwicklung auf dem Ölmarkt offen. China steigerte zwar seinen Rohölbedarf innerhalb eines Jahres um 18 Prozent auf nun über zwei Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag, während gleichzeitig die Opec ihre Förderquoten senkte. Eventuell springen hier aber Russland und einige andere, nicht in der Opec organisierte Staaten ein. Marktbeobachter berichten trotzdem von lebhaftem Kaufinteresse am Spotmarkt. Die Spekulanten kalkulieren damit, dass im Sommer der rege Urlaubsverkehr zusammen mit eventuellen politischen Krisen die Preise weiter nach oben treibt. Öl ist ihrer Meinung nach ohnehin viel zu günstig. Schließlich war der Ölpreis zu Ostern mit 38 Dollar je Barrel weniger als halb so hoch wie zu Zeiten der Ölkrise in den 70er Jahren.

Die gestiegenen Rohstoffpreise dürften sich auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken. „Da schwappt eine riesige Inflationswelle auf uns zu“, glaubt Dr. Klaus Urbat.

 

 

 

 

Funkempfänger nur aus Software

 

Neue Software aus Europa macht kostengünstige Navigation möglich. Damit wird die Ortsbestimmung auch innerhalb von Gebäuden denkbar – fast zum Null-Tarif

 

Nur aus Software besteht ein Funkempfänger, den die Hochschule der Bundeswehr entwickelt hat. „Ein Stück Draht als Antenne reicht aus, und aus jedem PC wird ein Navigationssystem“, sagt der Leiter des Instituts für Erdmessung und Navigation der Hochschule der Bundeswehr, Prof. Günter Hein. Bei Handys funktioniert das Spiel natürlich noch einfacher: Hier ist die Antenne schon eingebaut, und der Analog/Digital-Wandler ist für Antennensignale optimiert. Bislang benötigen Satellitennavigations-Empfänger spezielle Chips mit fest vorgegebener Software. Das macht sie relativ teuer und unflexibel, denn man kann die Empfänger nicht an neue Signale anpassen. Doch das wird nötig. Europa will schon ab 2006 das amerikanische GPS Satellitennavigationssystem durch Galileo ergänzen. Dass der weltweit erste Softwareempfänger ausgerechnet im alten Europa entwickelt wurde, ist deshalb kein Zufall. Wenn Galileo den Betrieb aufnimmt, werden die alten Empfänger die neuen Signale nicht auswerten können. Eine Softwarelösung für alle schon bestehenden PCs, Schnurlostelefone und Handys wäre da ein wichtiges Argument für die europäische Alternative.

Kleiner Nebeneffekt: In Zukunft wird man auch schnurlose Telefone orten können - und zwar selbst innerhalb von Gebäuden. „Die Amerikaner haben sich hier schon viele Patente gesichert“, so Prof. Hein. Satellitensignale sind innerhalb von Häusern nicht immer verfügbar, da sie von einigen Baustoffen abgeschirmt werden. Eine Zusatzbox in jede Etage erzeugt deshalb eigene Ortungsimpulse, um Galileo in kritischen Zonen zu unterstützen. Die alte Frage: "In welchem Zimmer ist eigentlich Herr Schmidt?" dürfte mit der neuen Technik daher der Vergangenheit angehören. Vorausgesetzt, der Kollege Schmidt hat sein Schnurlostelefon oder sein Handy eingesteckt.

 

 

 

 

Chinesische Linsen

In Suzhou in der Nähe von Schanghai hat Carl Zeiss am 18. Mai 2004 seine erste chinesische Fabrik eröffnet. Von hier aus sollen preiswerte Optiken für Digitalprojektoren in den asiatischen Markt gelangen. "Das Werk hat Pilotcharakter für Zeiss", so Vorstandsmitglied Norbert Gorny

 

Neue Kernkraft 
Siemens (Erlangen) und die französischen Holding Areva bauen den neuen Europäischen Druckwasserreaktor EPR in Finnland. 

18.12.2003

Guten Flug mit  34 kleinen Daten

Die Kommission der EU hat der Übermittlung von 34 Angaben zur Person von Flugpassagieren zugestimmt. Von jedem ,der in die USA reist, wird ein Datensatz an die US Sicherheitsbehörden übermittelt. Dies geschieht, obwohl der Datenschutz in den USA gesetzlich nicht
auf EU-Niveau geregelt sei. Damit legalisiert die EU-Kommission im nachhinein eine seit dem Sommer 2003 geübte Praxis. Im März hatten die USA einseitig eine generelle Überprüfung aller ausländischen Passagiere per Gesetz eingeführt. Die übermittelten Daten werden zunächst für 3 Jahre und sechs Monate in den USA gespeichert.

Die neue Übereinkunft ist noch nicht der ganz große Durchbruch. Noch auf der Agenda: das  Computer Assisted Passenger
Pre-screening System (CAPPS II), ein Kategorisierungssystem für Flugpassagiere, dies ist aber noch nicht vom
US-Kongress abgesegnet worden. .

17.12.2003  

 

 

Galileo die nächste...

Die ESA lässt das Europäische Satellitennavigationssystem Galileo nun endgültig spezifizieren. Der Kontrakt für diese nächste Phase im Galileo-Programm hat ein Volumen von 30 Millionen Euro.

4. 12. 2003 

Der Aachener Dom,

Baubeginn 800 n. Chr., hat eine  Eigenfrequenz von 1,13 Hz . Das ergab eine jüngste Studie. Dabei kam auch heraus, dass das  Gebäude ein Gewicht von ca.   43600 Tonnen Gewicht besitzt. Obwohl es in einem  starkem Erdbebengebiet liegt, hat es die letzten  1200 Jahre permanenter Nutzung gut überstanden. ..

Quelle Bautechnik Oktober 2003

 

 

Daimler verkauft MTU

Die Flugmotoren Schmiede MTU geht für 1,45 Milliarden Euro an das US-Unternehmen KKR.. Damit spricht auch der Antrieb für den Eurofighter amerikanisch, wie schon der Leo II und die Deutsche U-Boot Flotte.

 

 

LED für Flugzeuge

   Leuchtdioden sind inzwischen stark genug, um auch als Rollbahnrandfeuer für Flughäfen zu dienen. Für kalte Regionen liefert Siemens gleich noch eine Heizung  mit.  Dank LED spezifischer Sparsamkeit, sinkt der Energieverbrauch gegenüber den Standard-Halogen Lampen fast auf die Hälfte.

10.November 2003

 

 

Ultraschneller Weltrekord


An der Technischen Universität Berlin ist es der Arbeitsgruppe von Prof. Dr.
Dieter Bimberg am Institut für Festkörperphysik gelungen, mit
Quantenpunktlasern ultraschnelle Pulsfolgen für die optische
Datenübertragung zu erzeugen. Die dabei erreichte Taktrate von 20 Milliarden
Pulse pro Sekunde (20 GHz) ist die höchste, welche bisher weltweit erreicht
wurde. Möglich wurde dies durch die Anwendung des Verfahrens der hybriden
Modenkopplung.

Die Arbeitsgruppe der TU Berlin ist weltweit führend bei der Herstellung und
Anwendung von Quantenpunkt-Bauelementen. Deren Vorteile gegenüber
konventionellen Halbleiterlasern werden durch so genannte Quantenpunkte,
nanometergroße Halbleiterkriställchen, bedingt. Diese werden mittels
selbstorganisierten Halbleiter-Wachstums hergestellt. Quantenpunktlaser
können preiswert hergestellt werden, haben einen geringen Stromverbrauch und
sind wellenlängenstabil bei ultraschneller Modulation.

Quantenpunktlaser, die ultraschnelle Folgen von Lichtpulsen erzeugen, werden
in Zukunft die Übertragung größter Datenmengen über Glasfasernetze
ermöglichen und damit dem weltweit steigenden Kommunikationsaufkommen
Rechnung tragen.

 

Deutschland rüstet US Drohnen aus

Der deutsche Rüstungskonzern EADS wird die aus dem Irak krieg bekannte US Drohne „Global-Hawk“ umrüsten. Das unbemannte Flugzeug landete dazu am frühen Morgen des 15 Oktobers auf dem Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven. Hier erhällt die Drohne neue Sensoren, damit sie in Krisengebieten noch öfter bemannte, hochfliegende  Aufklärungsflugzeuge ersetzen kann. Dazu werden so genannte (ELINT=Electronic Intelligence - ein hochauflösendes dreidimensionales Bodenradar) Sensoren eingebaut, die von EADS entwickelt wurden. Bis zum Rückflug des Flugkörpers in die USA sind fünf Flugversuche mit den neuen Sensoren geplant.

Das deutsche und das amerikanische Verteidigungsministerium hatte die Zusammenarbeit bereits im Oktober 2001 vereinbart.

schoenetexte 15.10.2003

 

Hinweis von Fuji: 50 Megapixel zum Nulltarif

Fuji macht in diesen Tagen darauf aufmerksam, dass die meisten Fotoamateure eine kostenlose 50 Megapixel Kamera nutzen könnten, wenn sie denn wollten. Ihre gute alte KB Spiegelreflex macht locker eine Auflösung von 50 Millionen Pixel. Nur einen Film neuerer Bauart einlegen, schon startet die Qualitätsoffensive. Wer eine 6x6 Hasselblatt besitzt, kommt auf 250 Millionen Pixel. 

Aber vielleicht ist so viel Leistung  nur geil, wenn man sie neu kauft.

schoenetexte Juli 2003

 

 

ENDE für Phogenix

Am 14. Mai um 23 Uhr MEZ war schluss mit Phogenix. Kodak und Hewlett-Packard begruben in stiller Gemeinsamkeit das Baby, an das sie bei der Zeugung vor 3 Jahren so viele Hoffnungen geknüpft hatten.

Inkjet-Minilabs, so meinten sie damals, wäre genau der Wachstumsmarkt, der auf sie gewartet hätte.  Professionelle Tintenstrahler als Alternative zur klassischen Fotochemie. Nun bleibt nur noch Epson-Noritsu im Inkjet Minilab Geschäft - Start soll noch diese Jahr sein. . Und HP hat den gewinnträchtigen Home-Markt im Griff, ganz ohne  Kodak  

 

Speicherrekord beim CERN

 Zum ersten Mal gelang es Technikern des CERN, ein Gigabyte an Daten
unter einer Sekunde auf Band zu speichern.
Der IT-Division des Forschungszentrums gelang es, mithilfe  von 45 neu installierten
StorageTek 9940B-Bandlaufwerken, die eine Speicherung mit 30
Megabyte/Sekunde ermöglichen, über mehrere Stunden hinweg Werte von 1,1
Gigabyte pro Sekunde sowie Spitzen von 1,2 Gigabyte pro Sekunde zu
erreichen.
 Das ist in etwa die Speicherung der gesamten Datenmenge einer DVD in
vier Sekunden.


Wie schmeckt mein Motor-Öl?

Das Fraunhofer Institut in Chemnitz hat eine elektronische  Zunge für Motoren entwickelt. Die Sensoren bestimmen, wann das Öl zu "sauer" geworden ist und dem Motor gefährlich werden könnte. Ölwechsel also nicht mehr in festen Intervallen, sondern nur noch, wenn nötig. Statt heute 30 000 könnten in Zukunft 90 000 km drin sein, schätzen die Experten.

Gas Austausch

Siemens fördert den Gas-Austausch zwischen Großbritannien und dem Festland. Die 230 km Pipeline zwischen Bacton in der Grafschaft Norfolk und Zeebrugge in Belgien erhält neue Kompressoren. Nun soll das Gas in beide Richtungen schnell genug gepumpt werden - um aktuellen Preisschwankungen genüg tun zu können. 

 

Stasi Akten aus dem Computer

 

Computer können schnell und sicher zerrissene Schriftstücke wiederherstellen, das bewiesen Informatik Studenten der Technischen Universität München am Dienstag bei einem Live-Experiment im Hörsaal. Unter den Augen der Studiosi wanderten wie von Geisterhand bewegt Papierschnipsel über den PC-Monitor. Nach einigem Nachdenken und einigen Fehlversuchen sieht es bald wieder so aus, als wäre es nie zerrissen worden.

Aufmerksamer Zuschauer des Experimentes ist Jochen Hecht, Referatsleiter Archivbestände bei der Gauck Behörde. Denn die Verwalter des Stasi-Archivs haben mehr zerrissene Akten, als ihnen lieb ist. Im Keller der Gauck Behörde schlummern immer noch rund 17 000 Säcke mit Papierfetzen. Hastig zerrissene Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR aus dem Jahr 1989. Da schon nach kurzer Zeit die Reißwölfe wegen Überlastung ihren Geist aufgaben, stellte die Stasi auf Handarbeit um. Zur Zeit sind noch Menschen mit der Rekonstruktion beschäftigt. Der Arbeitsfortschritt hält sich in Grenzen - erst in 300 Jahren wären beim jetzigen Tempo alle Stasi Akten rekonstruiert.

Das brachte die Angelika Steger, Professorin für theoretische Informatik in München auf eine Idee. Zusammen mit ihren Studenten programmierte sie ihre Instituts-Rechner zum Puzzle-Spieler um. Jede Seite eines Fetzens lässt sich mit wenigen Angaben erfassen, lernten die Studenten. „Pro Rißkannte genügen 7 Parameter“, erläutert Martin Marciniszyn von der TU-München. Diese wandern in eine Datenbank, wo der Computer den wahrscheinlichsten Partner sucht. Dabei kommt den Puzzle-Spielern erneut die Hektik bei der Stasi-Auflösung zu Hilfe. In der Regel wanderten die zerrissenen Dokumente alle hübsch der Reihe nach in denselben Sack. „Jeder Sack enthält im Schnitt 2000 Blatt Papier, zerrissen in 10 Einzelteile“ skizziert Angelika Steger das Problem. Sämtliche Kannten aller 20 000 Schnipsel eines Sacks durchzuspielen erfordert einen enormen Rechenaufwand und noch längst nicht jede Rekonstruktions-Hypothese ist zutreffend. Der Computer bewertet die eigenen Ideen kritisch und fängt gegebenenfalls noch einmal von vorne an. Von vorne anfangen mussten auch die Informatikstudenten. „Nach einem Jahr wussten wir zwar, das unser theoretischer Ansatz richtig war, doch die Umsetzung war noch nicht optimal“, erläutert Angelika Steger. Das Programm musste noch einmal geschrieben werden. Eine Menge Arbeit, die quasi als Hobby neben dem normalen Uni-Pensum mitlief. „Eine große Anstrengung für meine Doktoranden“ meint Angelika Steger. Erschwerend kam hinzu, dass es so gut wie keine fertigen Programmbibliotheken gibt, die man hätte integrieren können. „Wir mussten das meiste selbst schreiben“, erläutert Angelika Steger, „lediglich bei der  Bildanalyse konnten wir auf ein Industrie-Produkt zurückgreifen“.

 

 

WLAN die Dritte

Ein superschneller Funkstandard wird ab Mitte des Jahres Deutschlands PC vernetzen. Die neue Verbindungstechnik beschleunigt den weit verbreiteten WLAN (Wireless Local Area Network) Standards um mehr als das Vierfache. Damit wird WLAN fast so schnell wie ISDN und UMTS. 

Das drahtlose WLAN Netz kann jeder Besitzer eines Notebooks nutzen, wenn er sich vorher eine schmale Netzwerkkarte nach der Funknorm IEEE 802.11 besorgt.  Dabei hat er die Auswahl zwischen drei Systemen, der „b“, „a“ oder „g“ Technik . Karten nach der „g“ Norm sind die modernsten.

Das Alphabet der PC-Funker ist nämlich etwas verwirrend. Zunächst einigte man sich auf den „b“ Standard, dann folgte „a“ und nun ist „g“ angesagt. Aber was ist schon logisch an internationalen Normen? Viel Interessanter als die gewöhnungsbedürftige Buchstabenfolge ist die Übertragungskapazität. Mit bis zu 54 Mbit/s rauschen die Daten beim jüngsten Kind, dem „g“ Standard durch die Luft. Die „b“ Technik erlaubte nur maximal 11 Mbit/s. Erste Tests mit Vorserien-Karten bestätigten einen vierfachen Geschwindigkeitszuwachs. Die in den USA beliebten „a“ Karten dürfen in Deutschland nur mit verminderter Leistung senden, was die Reichweite und damit die Akzeptanz einschränkt. Einige europäische Staaten, wie Österreich, haben das von „a“ Geräten benutzte 5 GHZ Frequenzband sogar gesperrt. Da passt es gut, dass die neuen „g“ Geräte genau wie die alten „b“ Karten das überall freie 2,4 GHZ Band nutzen. Hier kann jeder so viel senden wie er lustig ist, der Staat verlangt keine Genehmigung und keine Gebühren. Eine in der Funktechnik integrierte Steuerlogik sorgt dafür, dass sich auch an belebten Orten die WLAN-Nutzer nicht zu sehr ins Gehege kommen.

Noch ist die Tinte unter dem neuen Standard nicht ganz trocken, da denkt man schon über "n" nach. Noch schneller und natürlich - irgendwann demnächst auch mit verlässlichentechnischen Spezifikationen. 

Doch zunächst kommt eben "g" in den Handel, auch wenn den Standard noch keiner kennt, verspricht  Marco Peters, Deutschland-Manager vom Netzwerkkartenhersteller Netgear. „Im April sind die ersten Karten im Laden, notfalls liefern wir ein kleines Software Update nach“, so Peters. Im Mai kommen dann di e ersten Access Points auf den Markt, die festverdrahtete Basisstation für das Funknetz. Als Verkaufspreis für die Karten ist ein Betrag unter 100 Euro geplant, der Access Point wird 179 Euro kosten. .

 

Kühle Transistoren für den Mobilfunk

 

Digitaler Mobilfunk wird in Zukunft weniger Strom verbrauchen. Neue Transistoren des amerikanischen Unternehmens „agere“ senden dank neuer Fertigungsmethoden mit deutlich weniger Verlusten als ihre Vorgänger. Die Größe der zugehörigen Basisstationen sinkt von Geräteschuppengröße auf die Ausmaße eines Koffers, denn Kühlaggregate kann man sich künftig sparen. Ultradünnes Silizium, das nur noch die halbe Dicke eines Menschenhaares besitzt, ist das Ausgangsmaterial der neuen LDMOS Leistungstransistoren (Laterally Diffused Metal Oxide Semiconductor). Das dünnere Material erwärmt sich nicht so schnell wie die früher verwendeten, doppelt so dicken Silizium-Schichten, da es die Wärme besser ableiten kann. Eine zum Patent angemeldete neue Verbindungstechnik bringt die elektrischen Signale mit deutlich weniger Verlusten aus dem Transistor heraus. Die neuen Verbindungen sind nur wenige Mikrometer breit. Über die Details hüllt sich die Firma noch in Schweigen. Während eine normale Sendestation für 40 Watt Sendeleistung 80 Watt Wärme erzeugt, sollten sich die Verhältnisse dank der neuen Technik zumindest angleichen. Pro Sendestation lassen sich nach Berechnungen von „agere“ so pro Jahr 1500 Euro Stromkosten einsparen. weniger nutzlose Wärme produzieren. Die neuen Transistoren dürften auch die Energiewirtschaft interessieren, denn eigentlich müsste diese alleine für den neuen Mobilfunkdienst UMTS ein neues Kraftwerk bauen. Die bundesweit benötigten 80 000 UMTS Antennen verbrauchen nach Berechnungen des Fraunhofer-Institutes für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe pro Jahr 3 Milliarden Kilowattstunden Energie, wenn sie mit den heute gebräuchlichen Halbleitern gebaut werden.

 

 

Computer ersetzt Oma

Wer Fraktur redet wird auch heute noch verstanden, wer Fraktur schreibt dagegen nicht. Die „Schnörkelschrift“ kann nur noch die Oma lesen, schließlich wird seit 60 Jahren fast nur noch in lateinischen Lettern gedruckt. Ein neues Schrifterkennungsprogramm schlägt nun eine Brücke zum alten Schrifttum. Als erstes Buchstabenerkennungsprogramm versteht eine spezielle Variante des „FineReader“ von ABBYY (www.abbyy.com) Fraktur. Genutzt wird die Software unter anderem von der französischren Nationalbibliothek sowie den Universitätsbibliotheken von Innsbruck und Florenz, um wertvolle Dokumente elektronisch zu erfassen. Die Frakturschrift entwickelte sich aus gotischen Schrift und war vom 15. Jahrhundert an in Gebrauch. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzten sich die lateinischen Schriftzeichen durch, der Name stammt aus dem lateinischen und bedeutet „gebrochen“, weil die Verzierungen der Buchstaben den Wortfluss unterbrechen.

 

GALILEO für Europas Sicherheit

 

„In Zukunft muss Europa verstärkt in der Lage sein militärisch eigenständig zu handeln“, so begründet Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu die Notwendigkeit des europäische Satellitennavigationssystems Galileo bei der Eröffnung des „Munich Satellite Navigation Summit“ in München. „Die Weltraumtechnik dient in zunehmendem Masse zur Sicherstellung der äußeren Sicherheit Europas“, so Wiesheu. Bei der „Synchronisation der Energie- und Datennetze und der Steuerung der Verkehrsnetze“ dürfe man nicht länger von einem jederzeit abschaltbaren US-System abhängig sein. Unterstützt wird Wiesheu dabei von Bundesverkehrsminister Stolpe, der Galileo auch für das bundesdeutsche Mautinkasso nutzen möchte. Bislang navigieren weltweit Schiffe, Flugzeuge, Autos aber auch Wanderer mit dem 30 GPS Satelliten des amerikanischen Militärs. Nur zu gern will die europäischen Raumfahrtindustrie 24 eigene Satelliten in Orbit bringen, und Bayern möchte zur irdischen Schaltzentrale der himmlischen Navigationssatelliten werden.

Die Galileo Satelliten sind mit dem amerikanische System weitgehend kompatibel und können die Genauigkeit der Positionsbestimmung von heute 30 Meter auf 5 Meter verbessern, so Professor Günter Hein von der Hochschule der Bundeswehr. Nur durch zusätzliche Satelliten könne man auch in den engen Häuserschluchten der Großstädte gewährleisten, das jedes Kraftfahrzeug jederzeit zu mindestens vier Satelliten Kontakt halten kann, denn nur so ist eine genaue Positionsbestimmung möglich. Während das amerikanische GPS nur ein ziviles und ein militärisches Signal ausstrahlt, wird Galileo zehn Signale abstrahlen, darunter ein öffentliches sowie ein verschlüsseltes für das Militär und ein ebenfalls verschlüsseltes für zahlungskräftige Industriekunden. Die laufenden Unterhaltungskosten von Galileo sollen durch Gebühren gedeckt werden. Die Abonnenten erhalten dafür auch eine besondere Bestandsgarantie für das Signal. Wie weit es damit her ist, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Denn Heinz Hilbrecht, Galileo Direktor bei der Europäischen Kommission stellte in München den Aufbau einer rund um die Uhr besetzten Sicherheitszentrale in Aussicht, die „in enger Abstimmung mit den Amerikanern“ bei Terrorgefahr oder im Kriegsfall die Qualität des Galileo Signals sofort absenken könnte, um „einen Missbrauch zu vermeiden“. Störungen der Satellitennavigation können aber auch lokal über Störsender passieren. US-Präsident Bush intervenierte am Wochenende persönlich bei Russlands Präsident Putin wegen der angeblichen Lieferung von Störgerät an den Irak. Denn die GPS Bomben der Amerikaner treffen längst nicht so genau, wie technisch möglich.

 

CCD und dunkle Schatten 

Fuji bringt ab Mai eine neue Kamerageneration mit CCD Sensoren der dritten Generation auf den Markt. Die neuen Chips verfügen erstmals über zwei Sensorelemente pro Bildpunkt. Einen für viel, und einen für wenig Licht. Insgesamt stehen auf dem Chip 6,7 Millionen Pixel zur Verfügung, jeweils 3,3 Millionen für hell und dunkel. Die Fähigkeit der Kamera, unterschiedliche Lichtverhältnisse auf einem Bild wiederzugeben, steigt dadurch auf das Vierfache. Die Elektronik hat sich das zwei Pixel-Prinzip von der Chemie abgeschaut. Auch bei jedem normalen Negativfilm befinden sich empfindliche und weniger empfindliche Silberhalogeniekristalle dicht nebeneinander in der Filmemulsion. Bislang quittierten die fixen Digitalknipser gleißendes Sonnenlicht entweder mit strukturlosem, ausgefressenem weiß, oder sie stellten alle Schattenpartien kohlrabenschwarz dar. Den neue CCD Chip der dritten Generation baut Fuji vorerst nur in seine eigenen Aufnahmegeräte ein.. 

 

Das Handy als Walkie-Talkie

  Eine Zusatztaste soll das Mobilfunkgerät in Zukunft zum Walkie-Talkie machen. Gedacht ist die Blitzverbindung für private aber auch berufliche Direktgespräche. Ähnlich wie bei einem Funkgerät können sich die Gesprächsteilnehmer ohne Anwahl direkt über Funk verständigen. Ericsson, Nokia and Siemens wollen schon im nächsten Jahr erste Geräte mit „Push-to-Talk“ Technik auf den Markt bringen. Anders als bei einem normalen Funkgerät ist beim Handy-Talk allerdings auch hier ein Netzbetreiber nötig. Es fallen also vermutlich Gebühren an, zumal die Provider ihre Mobilfunknetze erst auf den neuen Standard umrüsten müssen. Für die Kommunikation innerhalb eines Betriebes  ist der Walkie-Talkie Modus aber äußerst wichtig. Mit ihm können nämlich, genau wie beim klassischen Walkie-Talkie, mehrere Personen Informationen austauschen, wobei stets alle zuhören können. Deshalb ist diese Funktion beim europaweiten, digitalen Bahnfunk, zwingend vorgeschrieben. Interessant könnte die Funktion eigentlich auch für die Polizei werden. Doch die Polizei will vom Finanzminister immer noch ihr eigenes TETRA Netz - oder?. 

 

 

 

 

(C) aller Texte: schoenetexte; Bernd Schöne

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Bekanntlich besitzt Deutschland nicht nur das komplizierteste Steuerrecht der Welt, sondern hat auch sonst viele Juristen. Speziell für diese Spezies ist folgender Text.  


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